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Christian Petzolds Film Yella Drucken E-Mail
Samstag, 08. Dezember 2007 um 10:19 Uhr

Viele Regisseure bezeichneten das Filmen als einen verzweifelten Kampf gegen Vergänglichkeit und Tod. Petzold versucht in seinem neusten Film Yella etwas anderes. Er baut eine filmische Schleife, die Nina Hoess, ohne es zu wissen, immer enger zieht, bis sie am Ende erkennt, dass der Tod die einzige Rettung ist.

Ob man dabei die Erzählung von Anfang als Rückblick versteht oder erst nach und nach, ist im Grunde egal. Denn das beklemmende Bauchgefühl eines sicheren Scheiterns vermittelt sich in den starren Bildern und der künstlichen Geräuschskulisse wie von selbst. Der erzählerische Kunstgriff der direkten vorwärts gerichteten und indirekten rückblickenden Erzählung der gleichen Geschichte macht Yella aber auch jenseits dieser gekonnt inszenierten Thrilleratmosphäre zu einem intellektuellen vielleicht philosophischen Ratespiel, das noch lange nachwirkt.

Eine rein politische Lesart des Films, als eine Kritik des menschenverachtenden "Turbokapitalismus" scheint mir – ob von Petzold beabsichtig oder nicht – unangebracht. Denn nicht die etwas klischeehafte Darstellung von Business Meetings ist die Stärke des Films, sondern Yellas verzweifelter Kampf um Freiheit und Nähe, der an große Vorbilder wie Hitchcocks Marnie erinnert.